Auf dieser Seite finden Sie eine chronologisch aufsteigend sortierte Ansammlung von Zitaten mit Relevanz zur  Bahnlärm-Problematik.

(Chronologisch aufsteigend)

Die Lärmbelastung der Bewohnerinnen und Bewohner durch den Güterverkehr im Mittelrheintal ist enorm. Das hat mich als Landesverkehrsminister beschäftigt, das bewegt mich immer noch. Dazu gibt es ja eine Machbarkeitsstudie. Die Ergebnisse werden voraussichtlich in diesem Sommer vorliegen.

Wir müssen für Alternativtrassen kämpfen. Allerdings: Eine so große Trasse zu planen und zu bauen ist keine Sache, die in einem Jahrzehnt erledigt werden kann.“

Die Lärmbelastung im Mittelrheintal ist unerträglich. Wir können nicht Mobilität gegen die Gesundheit von Menschen ausspielen, sondern das muss Hand in Hand gehen.

Die Menschen im Mittelrheintal, die das jetzt schon seit Generationen ertragen,

haben einen Anspruch darauf, dass man ihre Anliegen ernst nimmt.“

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing

Quelle: Wiesbadener Kurier, 08.02.2022, 18:30 Uhr, (Wissing im Gespräch: „Können Innovationstreiber werden“)

Ich weiß, was Lärmbelästigung für die Menschen dort bedeutet. Ich kenne das als Landesverkehrsminister. Diese Alternativtrasse muss kommen.

Wir können nicht immer von mehr Verlagerung auf die Schiene reden, wenn wir solche Nadelöhre achselzuckend hinnehmen. Ich tu was.“

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing

Quelle: SWR Aktuell Sommerinterview 12.08.2022

„Die DB AG steckt in einer schweren Krise. Wissing hat angekündigt, die Bahn zur Chefsache zu machen. Er geht damit ein großes Risiko ein, denn in der Fachwelt glaubt niemand, dass sich die finanzielle und betriebliche Krise der Bahn schnell beheben lässt. Die im Eckpunktepapier vorgelegten inhaltlichen Überlegungen insbesondere zum Hochleistungsnetz überzeugen nicht. Strukturell besteht eine große Gefahr, dass die beabsichtigte Steuerung der DB AG aus dem Ministerium zu einer institutionellen Krise führt und die DB AG weiter schwächt. Deshalb ist das Eckpunktepapier sicher nicht die große Reform, auf die der Sektor so dringlich wartet.“

Dr. Christian Böttger, Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurswesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Quelle: Wirtschaftsdienst, Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 102. Jahrgang, 2022, Heft 8, „Umbruch bei der Eisenbahn in Deutschland?“ von Christian Böttger, Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurswesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Zugriff: https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2022/heft/8/beitrag/umbruch-bei-der-eisenbahn-in-deutschland.html

Man hat mir ein Netz hinterlassen, das in einem sehr problematischen Zustand ist.“

„Wir haben eine sehr stark ausgelastete Infrastruktur und die ist in den letzten Jahren nicht entsprechend angepasst worden, um den Anforderungen jetzt gerecht zu werden. Deswegen ändere ich das und mache jetzt vorausschauende Infrastrukturpolitik.“

Ja – die Bahn ist äußerst unpünktlich […]

Im Alltagsbetrieb ist dieses Netz schlicht und einfach so vernachlässigt worden in den letzten Jahrzehnten, dass man darauf nicht pünktlich fahren kann – jedenfalls nicht diese Rekordzahlen.“

Wir haben heute bei der Bahn mehr Verkehr denn je und man hat

das Netz nicht ausgebaut, nicht modernisiert und jetzt haben wir die Misere.

Und jetzt erleben wir das, was wir im Infrastrukturbereich immer erleben:

Kurzfristig geht da gar nichts.

Aber trotzdem werden wir das aufarbeiten – und zwar so schnell wie möglich.“

Wir verändern das gesamte Baustellen-Management. […]

Das spontan Baustellen einrichten wird beendet. Wir sind schon dabei, die Korridor-Sanierung vorzubereiten. Das heißt, es werden jetzt schon Umleitungsstrecken ertüchtigt, um dann die Hauptkorridore unter Vollsperrung in kurzer Zeit komplett zu sanieren und mit neuer Technik auszustatten,

so dass man danach mehr Verkehr aufnehmen kann und der auch pünktlich fährt.“

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing

Quelle: ARD, Maischberger; 11.01.2023, ab 23. Sendeminute

Nur wenn die Bahn in Deutschland verlässlich und leistungsstark ist – das schließt Personen- wie Güterverkehr mit ein – wird sie ihr Potential zur Verkehrsverlagerung tatsächlich ausschöpfen können.

Die Alternativtrasse ist für mich deshalb ein wichtiger Baustein, der das Mittelrheintal als Verkehrsachse entlastet und damit auch die vom Bahnlärm geplagten Menschen. Es ist ein Projekt, das die Ambivalenz zwischen mehr Gütern auf die Schiene und weniger Lärm aufzulösen vermag.“

MdB Tabea Rößner

Quelle: Grußwort vom 27.01.2023 zur Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ am 28.01.2023

Für die Menschen in der Verbandsgemeinde Weißenthurm ist der Einsatz der Bürgerinitiative (WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.) für eine Reduzierung des Bahnlärms ein wichtiger Faktor. Ich bin froh, dass sich engagierte Menschen aktiv darum bemühen, für bessere Lebensbedingungen zu sorgen, Gesundheit und Umwelt zu schützen. Auch für dieses Jahr haben Sie sich viel vorgenommen. Die Verbandsgemeinde wird die Bürgerinitiative auch weiterhin unterstützen.“

Thomas Przybylla, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm

Quelle: Grußwort zur Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ 28.01.2023

„Ich richte meine Verkehrspolitik an den tatsächlichen Begebenheiten aus, an Zahlen, Daten und Fakten und nicht an politischem Wunschdenken. Die Ergebnisse der neuen Langfrist-Verkehrsprognose machen deutlich: Der Verkehr in Deutschland wird in jeder Hinsicht zunehmen. Um einen Verkehrsinfarkt zu verhindern, brauchen wir jetzt dringend das Deutschlandtempo für den Ausbau aller Verkehrsträger – auch der Straße.

Ich kämpfe dafür, dass die Menschen in unserem Land frei bestimmt ihren Mobilitätsbedürfnissen nachkommen können und unsere Wirtschaft wächst – auch dank einer guten Verkehrsinfrastruktur.“

Bundesminister für Digitales und Verkehr Dr. Volker Wissing bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der „Verkehrsprognose 2019 bis 2051“ des BMDV vom 01.03.2023 am 03.03.2023 in Berlin

Bezug: Pressemitteilung des BMDV 017/2023 vom 03.03.2023

Frage: Wären Sie Chef der DB, was Würden Sie als erstes tun, um den Konzern aus der Krise zu führen?

Weibel: „Ich würde als erstes eine schonungslose, umfassende Lageanalyse über den Zustand des Netzes machen. Denn eine der Ursachen des katastrophalen Zustands ist, dass man den Unterhalt und die Modernisierung des Netzes seit Jahrzehnten vernachlässigt hat.“

Frage: Die Bahn will jetzt mit einer Sanierungsoffensive reagieren: Wichtige Strecken werden über Monate voll gesperrt, damit sie danach leistungsfähiger sind.

Weibel: „Diese Korridorsanierungen sind selbstmörderisch. Dazu sind diese Strecken viel zu wichtig für den Verkehr. Ich kenne keine Bahn, die vollständig über Monate Strecken sperrt. Richtig wäre es, diese Strecken im laufenden Betrieb zu sanieren. Die jetzigen Pläne sind ein Abgewöhnungsprogramm für bestehende und potenzielle Bahnkunden.“

Frage: Wo ist Deutschland falsch abgebogen?

Weibel: „Die Diskussion um den Börsengang der Bahn hatte große Auswirkungen. Die habe ich nie verstanden. Eine Firma, die darauf angewiesen ist, dass der Staat jeden Tag große Gelder reinsteckt, ist nicht für die Börse geeignet. Dann die ganz großen Pläne, der weltgrößte Logistiker zu werden: Schauen Sie auf den Gütertransport in Deutschland. Der Höhepunkt der Tonnage auf der Schiene war 1991, das wurde nie wieder erreicht. Man hat den Fokus verloren: Die Bahn muss wieder eine Bahnunternehmung sein.“

Frage: In Deutschland hat die Ampelregierung zwei große Themen vorgegeben. Zum einen den sogenannten Deutschlandtakt, zum anderen die Verdoppelung des Personenverkehrs bis 2030. Ist das realistisch?

Weibel: „Das ist Wahnsinn, eine völlig aussichtslose Zielsetzung, ganz besonders, wenn sie jetzt mit der Korridorsanierung anfangen. […]

Man macht sich mit solchen Zielsetzungen unglaubwürdig, und am Ende wirken sie demotivierend.“

Benedikt Weibel, von1993 bis 2006 Generaldirektor der Schweizer Bundesbahn (SBB)

Quelle: Cicero, Magazin für politische Kultur, März 2023, Interview ab Seite 26 f.

Je langsamer die Züge fahren, desto unattraktiver ist der Verkehrsträger. Wir haben aber ein Interesse und den Bedarf, dass möglichst viele Güter auf der Schiene fahren.“

Wenn wir Tempobeschränkungen auf der Schiene einführen, riskieren wir, mehr Güter auf der Straße zu haben.“

Deshalb ist der bessere Weg der, den wir gehen, nämlich Akzeptanz zu schaffen und eine alternative Trasse zu forcieren.“

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing

Quelle: Rhein-Zeitung, 20.03.2023, „Wissing will kein Tempolimit für Züge“

«Bei den Kundinnen und Kunden der Bahn kann man nur um Verständnis werben und auch um Verzeihung bitten. Wir haben als neue Regierung Altlasten vorgefunden.»

«Die Lage ist so dramatisch, dass es zur Generalsanierung des Netzes keine Alternative gibt.»

«Mit dem Beschluss des Koalitionsausschusses wollen wir viele Milliarden Euro zusätzlich in die Bahn stecken, um das aufzuholen, was in den vergangenen Jahrzehnten versäumt worden ist. Denn wir erleben die Bahnkunden als treue Kunden, die aus Überzeugung und häufig auch durchaus aus Verantwortung für zum Beispiel den Klimaschutz mit der Bahn fahren.»

«Wir haben als Bundesregierung die Erwartungen an das Management artikuliert, dass die Pünktlichkeit sich spürbar verbessern muss.»

«Für die Schiene ist die Entscheidung ein großer Fortschritt und ein wichtiger Baustein eines gesamten Mosaiks. Dazu kommen schnellere Verwaltungsgerichtsverfahren, digitale Planungsverfahren und der Hochlauf der Investitionsmittel in Verbindung mit dem Kapazitätsausbau in der Bau- und Bahnindustrie und der geplanten Korridorsanierung. Mit diesen verschiedenen Elementen sind wir auf dem richtigen Weg.»

«Es müssen gleichzeitig die Baukapazitäten erhöht werden. Die Finanzierungslücke der Schiene in Deutschland muss geschlossen werden.»

«Es gibt mehr Nachfrage, als gegenwärtig bedient werden kann. Wir sorgen dafür, dass die Güterzüge nicht mehr hinter der S-Bahn hinterherbummeln, sondern dass sie ihre Systemvorteile im Wettbewerb auf langen Distanzen auch ausspielen können.»

«Das wird einen richtigen Push für den Schienengüterverkehr geben.»

Michael Theurer,Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium gegenüber der Deutschen Presse-Agentur

Quelle: Neue Westfälische, 10.04.2023

„Ein wesentliches Ziel der Bahnreform vor fast 30 Jahren war jedenfalls die Entlastung des Bundeshaushalts. Deshalb wurde das Netz jahrelang auf Kosteneffizienz ausgerichtet.“

„Wir fahren bereits mehr, als das Netz verkraftet. Da passt keine Maus mehr auf die Schiene.“

„So wie bisher geht es nicht weiter.“

Berthold Huber, seit Juli 2022 Vorstand für Personenfernverkehr der Deutschen Bahn AG hat in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung den Zustand der Bahn wie folgt auf den Punkt gebracht: „Zu voll, zu alt, zu kaputt“

Quelle: stuttgarter-nachrichten.de, 19.05.2023 – 17:38 Uhr, von Tobias Heimbach

„Die Bahn ist auch mitverantwortlich für diese Misere. Sie hat gesehen, dass man seit Jahren von der Substanz lebt und das System auf Verschleiß fährt. Doch viel zu lange hat – jedenfalls öffentlich – niemand Alarm geschlagen.“

Michael Theurer, seit dem 08.12.2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr weist auch auf die Mitverantwortung der Bahn hin

Quelle: stuttgarter-nachrichten.de, 19.05.2023 – 17:38 Uhr, von Tobias Heimbach

“Wir sind äußerst skeptisch, was das Ziel der Verdoppelung der Fahrgastzahlen bis 2030 anbelangt. Um dieses Ziel erreichen zu können, bedarf es eines schnellen Ausbaus des Schienennetzes und des Angebots.”

Detlef Neuß, seit 2016 Bundesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN

Quelle: wallstreet-online.de, 10.06.2023

„99 Prozent Pünktlichkeit wird es in Deutschland nicht geben!“

Dr. Michael Peterson, seit Juli 2022 Vorstand für Personenfernverkehr der Deutschen Bahn AG, muss Ende Juni 2023 im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen eingestehen, dass er es für unerreichbar hält, dass Züge in Deutschland wie in Japan zu 99 Prozent pünktlich sind. Als Grund für die häufigen Verspätungen nannte Peterson, dass sich in Deutschland Güter-, Regional- und Fernverkehrszüge dasselbe Schienennetz teilen. Mit diesem Konzept sei es nicht möglich, eine solche Pünktlichkeit zu erreichen.

Quelle: MDR AKTUELL, 29. Juni 2023, 11:26 Uhr

»Dass Züge in Deutschland wie in Japan zu 99 Prozent pünktlich sind, hält Bahn-Vorstand Michael Peterson für unerreichbar. Das sagte er im Gespräch mit der „Augsburger Allgemeinen“.

Als Grund für die häufigen Verspätungen nannte der für den Fernverkehr zuständige Peterson, dass sich in Deutschland Güter-, Regional- und Fernverkehrszüge dasselbe Schienennetz teilen.

Mit diesem Konzept sei es nicht möglich, eine solche Pünktlichkeit zu erreichen.«

Dr. Michael Peterson, seit Juli 2022 Vorstand für Personenfernverkehr der Deutschen Bahn AG

Quelle: MDR AKTUELL, 29. 06. 2023, 11:26 Uhr

Ich kann Ihnen zusichern, dass ich alles tun werde, dass sie kommt. (Anmerkung: Die Alternativtrasse zur Entlastung des Mittelrheintals) Wir arbeiten daran, wir wollen, dass wir diese Entlastung hinbekommen. Das wird ein Riesenprojekt. Das Problem ist die Frage, wie kann man das wirtschaftlich darstellen – und da sehe ich gute Perspektiven, wenn wir am Ball bleiben.“

„Wir werden eine grundlegende Veränderung der Güterverkehre bekommen. Die Transformation, die wir derzeit erleben, wird den Güterstrukturwandel extrem befördern und dadurch sehe ich eine gute Perspektive, dass wir in eine Wirtschaftlichkeit kommen. Mit der letzten Studie, die wir auf den Weg gebracht haben, haben wir ja neue Trassen untersucht, die alleine zwei Milliarden günstiger sind. Damit kommen wir der Sache näher.“

„Wir werden noch in diesem Sommer Gespräche führen mit den Verantwortlichen vor Ort, mit den Bürgerinitiativen, und wir werden dort die bisherigen Ergebnisse der Untersuchungen vorstellen, werden die Hürden transparent machen, die wir noch haben.“

„Wir sind ja am Ende verpflichtet, ein Nutzen-Kosten-Verhältnis darzustellen, das es uns ermöglicht, so etwas (Anmerkung: Eine Alternativtrasse zur Entlastung des Mittelrheintals) zu finanzieren.“

„Der Schienenlärm ist dort (Anmerkung: Im Mittelrheintal) nicht akzeptabel. Wir haben bisher alles getan was möglich ist, um Lärmschutzmaßnahmen voranzubringen. Das werden wir weiter tun, aber wir werden auch nicht nachlassen, eine Alternativtrasse voranzutreiben.“

Quelle: Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing Sommer-Interview mit SWR-aktuell, Rheinland-Pfalz am 21.07.2023

„Die Deutschen sind mittlerweile unzuverlässiger als die Italiener.“ (Anmerkung: Die Deutsche Bahn (DB) sei derart unpünktlich, dass schon heute immer wieder DB-Züge etwa nach Zürich in Basel gestoppt werden müssen – weil sie zu spät dran sind) „Wenn wir sie weiterfahren lassen würden, brächten sie den Schweizer Fahrplan durcheinander.“

Dr. Peter Füglistaler, seit 2010 Direktor des Bundesamtes für Verkehr der Schweiz

Quelle Bild, 24.07.2023, Seite 3, „Schwere Kritik an Deutscher Bahn“

„Es gibt seit 15 Jahren einen Infrastrukturzustandsbericht, der vertraglich zwischen der Deutschen Bahn und dem Bund vereinbart ist. Die Deutsche Bahn legt ihn jährlich vor, das Eisenbahnbundesamt prüft ihn und veröffentlicht einen Prüfbericht.

15 Jahre lang hat die Bahn dabei behauptet, der Netzzustand sei großartig und 15 Jahre lang hat das Eisenbahnbundesamt, das dem Bundesverkehrsministerium untersteht, das bestätigt.

Und jetzt auf einmal sagen alle: Da haben wir wohl doch nicht so genau hin geguckt, der Zustand des Netzes ist ganz furchtbar.

Politik und Medien nehmen das jetzt einfach so hin, dass offenbar die ganze Zeit lang dieser Zustand verschleiert wurde. Es hat nicht an Warnungen gefehlt, beispielsweise durch den Bundesrechnungshof. Die Bahn hat den Zustand vertuscht und die Politik hat weggeguckt.“

„Ja, man hat meiner Überzeugung nach 30 Jahre schlechte Bahnpolitik gemacht in Deutschland, aber das Thema Organisation ist nur eines davon. Man hat auch bei der Steuerung des Konzerns als Ganzem versagt, die Politik hat beim Thema Infrastruktur weggeschaut oder nicht hinhören wollen, das DB-Management hat es sich gefallen lassen und sich auf andere Sachen konzentriert.“

„Man hat die Infrastruktur seit 25 Jahren schlecht gemanaget, man hat zugelassen, dass sie verfallen ist, man hat sie überlastet, wir fahren heute auf dem bestehenden Netz zu viele Züge. Das Netz kann das eigentlich nicht mehr und darunter leidet die Qualität.“

Dr. Christian Böttger, Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurswesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb24), 04.07.23, 21:47 Uhr, Interview zum Zustand der Bahn unter dem Titel „Wir sitzen in der Tinte und da wird auch keine Strukturreform kurzfristig helfen“ mit Prof. Dr. Christian Böttger

„Ja, man hat meiner Überzeugung nach 30 Jahre schlechte Bahnpolitik gemacht in Deutschland, aber das Thema Organisation ist nur eines davon. Man hat auch bei der Steuerung des Konzerns als ganzem versagt, die Politik hat beim Thema Infrastruktur weggeschaut oder nicht hinhören wollen, das DB-Management hat es sich gefallen lassen und sich auf andere Sachen konzentriert.“

„Man hat die Infrastruktur seit 25 Jahren schlecht gemanagt, man hat zugelassen, dass sie verfallen ist, man hat sie überlastet, wir fahren heute auf dem bestehenden Netz zu viele Züge. Das Netz kann das eigentlich nicht mehr und darunter leidet die Qualität.“

„Es gibt seit 15 Jahren einen Infrastrukturzustandsbericht, der vertraglich zwischen der Deutschen Bahn und dem Bund vereinbart ist. Die Deutsche Bahn legt ihn jährlich vor, das Eisenbahnbundesamt prüft ihn und veröffentlicht einen Prüfbericht. 15 Jahre lang hat die Bahn dabei behauptet, der Netzzustand sei großartig und 15 Jahre lang hat das Eisenbahnbundesamt, das dem Bundesverkehrsministerium untersteht, das bestätigt. Und jetzt auf einmal sagen alle: Da haben wir wohl doch nicht so genau hin geguckt, der Zustand des Netzes ist ganz furchtbar. Politik und Medien nehmen das jetzt einfach so hin, dass offenbar die ganze Zeit lang dieser Zustand verschleiert wurde. Es hat nicht an Warnungen gefehlt, beispielsweise durch den Bundesrechnungshof. Die Bahn hat den Zustand vertuscht und die Politik hat weggeguckt.“

Dr. Christian Böttger, Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurswesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Quelle: Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb24), Di 04.07.23, 21:47 Uhr, Interview zum Zustand der Bahn unter dem Titel „Wir sitzen in der Tinte und da wird auch keine Strukturreform kurzfristig helfen“ mit Prof. Dr. Christian Böttger, Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurswesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Zugriff: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2023/07/deutsche-bahn-monopol-kommission-zerschlagung-netz-infrastruktur-interview.html

„Dem Bahnverkehr in der nach dem Prinzip „Takt vor Tempo“ gehört die Zukunft. Dazu müssen zuerst die in den vergangenen Jahrzehnten herausgerissenen Weichen und Überholgleise sowie Industrieanschlussgleise wieder eingebaut werden.

Die Sanierung der Kernstrecken muss, wie es seit über hundert Jahren im Eisenbahnverkehr üblich und wie es im Bahn-Land Schweiz nach wie vor Standard ist, unter dem rollenden Rad stattfinden, mit minimalen Beeinträchtigungen für die Fahrgäste.

Die Politik muss endlich die Rechentricksereien einstellen und der Bahn nicht nur in Sonntagsreden, sondern effektiv mehr Geld zur Verfügung stellen als für den Straßenausbau aufgewendet wird.

Diese Mittel müssen unter transparenter Kontrolle einer gemeinnützigen Infrastrukturgesellschaft, die aus dem DB-Konzern herauszulösen und in der Rechtform einer Anstalt öffentlichen Rechts zu führen ist, eingesetzt werden.“

Heiner Monheim, Verkehrswissenschaftler, Geograph und emeritierter Professor der Universität Trier, sowie Sprecher von „Bürgerbahn – Denkfabrik“

Quelle: Pressemitteilung von „Bürgerbahn – Denkfabrik für eine starke Schiene“ vom 05.09.2023

„Solange die Bahn AG ausschließlich dem Steuerzahler gehört, sollte sie sich dem Auftrag verpflichtet fühlen, der in ihrem Namen steht: Deutsche Bahn.“

„Die Bereinigung des internationalen Portfolios – die heute auf der Tagesordnung steht – ist daher überfällig. Der Aufsichtsrat hat keine andere Wahl mehr.“

„Die Bahn AG braucht auch im Management eine Ethik, die mit der Kultur der organisierten Verantwortungslosigkeit bricht. Die Erneuerung beginnt mit dem Vorstandsvorsitzenden. Richard Lutz verkörpert das Problem, nicht die Lösung.“

Gabor Steingart, Journalist, Autor und Medienunternehmer

Quelle: Focus online, 29.09.2023, 06:44 Uhr, Gastbeitrag von Gabor Steingart

„Wir haben ein Muster wie in Deutschland seit Jahren Politik gemacht wird.“

„Das Muster ist, dass wir nie vorausschauend handeln – gehandelt haben, Sie können eigentlich nehmen, was Sie wollen.

Obwohl das, was passiert, vorhersehbar oder mindestens nicht auszuschließen war, findet gleichzeitig nichts statt an Aktion, an Prävention, um ein Thema, ein Problem unter Kontrolle zu bringen.“

„Es sind Regierungen, die sind in ihren Ämtern, die sitzen da und warten, bis die Probleme kommen, aber sie haben keinen vorausschauenden Gestaltungsanspruch oder Gestaltungsfähigkeit. Das zermürbt die Demokratie von innen.“

Dr. Norbert Röttgen, Politiker und Rechtsanwalt, von 2009 bis 2012 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Quelle: ZDF, Markus Lanz, 05. 10. 2023 (ab Sendeminute 16)

„Die Deutsche Bahn AG ist im ganzen Bundesgebiet damit konfrontiert, dass Abgeordnete im Bundestag etwas ganz anderes sagen, als in ihrem Wahlkreis.

Ich habe dafür auch Verständnis. Es kann einen Widerspruch zwischen dem geben, was man für richtig hält und dem, was die eigenen Wähler wollen. Beim Klimaschutz aber geht es um die Existenz der Menschheit. Deshalb wünsche ich mir, dass sich Abgeordnete mutig zur Sache bekennen.“

Ingrid Felipe, seit Januar 2023 Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB Netz AG 

Quelle: Cicero, Magazin für politische Kultur, November 2023, Seite 24

„Die UEFA will 2024 eine klimafreundliche Fußball-Europameisterschaft in Deutschland ausrichten. Wir freuen uns darauf, die UEFA EURO 2024™ als starker Partner zu unterstützen.

Klimafreundliche Großevents gibt es nur mit der Bahn. Denn die An- und Abreise der Menschen ist bei solchen Veranstaltungen für bis zu 80 Prozent der Emissionen verantwortlich.

Für die nachhaltige EM wird bei uns im kommenden Jahr alles rollen, was rollen kann – und das ist viel. Allein in diesem Jahr haben wir jeden Monat drei fabrikneue ICE bekommen.“

Michael Brinkmann, Konzernsprecher Personenverkehr und Fernverkehr der Deutschen Bahn AG

Quelle: Deutsche Bahn AG, 01.12.2023

Zugriff: https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/10-000-zusaetzliche-Sitzplaetze-pro-Tag-und-Fan-Angebote-klimafreundlich-mit-der-Bahn-zur-UEFA-EURO-2024–12531576

„Es ist nicht die Generalsanierung, als die es angekündigt wurde. Bei Generalsanierung erwartet man, dass das ganze Netz irgendwie angepasst wird. Wir haben im Netz ganz viele Langsam-Fahrstellen außerhalb dieser Hauptkorridore und die bleiben dann liegen.

Also das ist einfach eine Strategie, die nicht sehr systematisch geplant ist und die nach wie vor krankt an der Konzeption auf wenige Korridore und der Rest guckt in die Röhre.“

Heiner Monheim, Verkehrswissenschaftler, Geograph und emeritierter Professor der Universität Trier, sowie Sprecher von „Bürgerbahn – Denkfabrik“

Quelle: SWR „Zur Sache Rheinland-Pfalz“, 14.12.2023

»Wir stehen hinter dem Konzept des Verkehrsministers. Unter Vollsperrung können wir durchbauen, große Maschineneinsetzen, produktiver werden.«

»Aber die beschlossenen Korridorprojekte sind so gar nicht umsetzbar. Sie sind viel zu komplex und groß. In fünf Monaten 600 Millionen Euro Auftragsvolumen umzusetzen, ist kaum bis gar nicht machbar. Selbst wenn tausend Mann Tag und Nacht arbeiten würden.«

»Niemand hat Interesse, jeden Tag mit schlechten Nachrichten in der Presse zu erscheinen. Die Lose sind zu groß, das Projektmanagement der Bahn überfordert, alle wollen zu viel in zu kurzer Zeit,«

»Aber so wird die Bahn nie bekommen, was sie will. Ich weiß gar nicht, wer sich das so ausgedacht hat.«

Peter Hübner, seit Juni 2016 Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) und seit 2023 Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Quelle: SPIEGEL.de, 12.01.2024, 15:35 Uhr

„Zurzeit können sich Bauunternehmen in Deutschland nur auf wenig verlassen: Streiks, Straßensperrungen und -blockaden sowie steigende Kosten für Mobilität, Energie, Sprit und Sozialabgaben gehören allerdings dazu.

Auch dass die Ampel Versprechungen macht, die nicht gehalten werden.

Investoren suchen sich längst andere Länder für ihre Projekte.

Das Hochpreisland Deutschland und seine durch ideologisch gesteuerte Standards weiter verkomplizierte Bürokratie schrecken sie ab.

Kein Wunder, dass da bei vielen Bauunternehmen die Stimmung im Keller ist.“

Jasch Zacharias (Kommentar)

Quelle: „Der BauUnternehmer“, 31.01.2024, „Politik sollte beim Bauen mehr auf Experten als auf Ideologen hören!

„Es gibt in der Bevölkerung viel Frust über die Bahn – und das liegt am jahrzehntelangen Missmanagement.“

„Die Bahn ist als Arbeitgeber nicht attraktiv genug, sonst wären die Leute ja da. Sind sie aber nicht. Also müssen wir die Arbeitsbedingungen verbessern.“

„Dieselben Politiker, die jetzt laut aufjaulen, waren es, die die Bahn privatisiert haben. Die dann zugeschaut haben, wie unfähige Manager das Eisenbahnsystem kaputtgespart und so in die Grütze gefahren haben. Wer Streiks verhindern will, muss Bahner eben wieder verbeamten, bitte schön. Wollen die Damen und Herren aber auch nicht.“

„Ich bin schon lange dabei – und überblicke damit auch, was im System Eisenbahn passiert ist. Früher konnten Sie die Uhr nach der Bahn stellen. Das kann man heute gar nicht mehr glauben. Und was mich besonders ärgert: Im Bahn-Tower wird die Eisenbahnerfamilie an einem einzigen Tag beschworen – wenn Tarifverhandlungen anstehen und es heißt, dass alle den Gürtel enger schnallen sollen. Vorher streicht das Management aber noch Bonus-Zahlungen ein und erhöht sich das Grundgehalt um 14 Prozent. Ich bin als Gewerkschafter aber nicht bereit, dass unsere Leute Verzicht üben sollen, während sich oben die Taschen gefüllt werden.“

„Unsere Mitglieder sind bereit, in den Arbeitskampf zu ziehen. Denn sie wollen eine gute Eisenbahn, eine, die im Sinne der Kunden ist. Ich erwarte, dass der Bahn-Vorstand das System wieder in Ordnung bringt. Denn es waren auch die Pfennigfuchser, die Betriebswirte, die es zugrunde gerichtet haben.“

Claus Weselsky, Lokführer und Gewerkschaftsfunktionär. 1990 trat er der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei, deren Bundesvorsitzender er seit 2008 ist.

Quelle: web.de, 04.02.2024, 04:00 Uhr, GDL-Chef Weselsky im Interview mit Fabian Hartmann Zugriff: https://web.de/magazine/politik/gdl-chef-weselsky-interview-bahn-vorstand-beratungsresistent-39279894

„Wir müssen uns ehrlich die Frage stellen, wie der Verkehr über die Infrastrukturen, die wir jetzt etwa im Mittelrheintal haben, abgewickelt werden soll. Ohne Investitionen in neue Strecken wird das schwer möglich sein.“

„Wir wollen eine Lösung für das Mittelrheintal und halten darum an der Suche nach einer Alternative fest.“

„Die Situation ist für die Anwohner vor Ort unerträglich.“

Dr. Volker Wissing (*1970), seit Dezember 2021 Bundesminister für Digitales und Verkehr

Quelle: ZEIT ONLINE, 21. Februar 2024, 12:44 Uhr (bzw. dpa Rheinland-Pfalz/Saarland, „Wissing: Bahnlärm für Anwohner unerträglich“)

Zugriff: https://www.zeit.de/news/2024-02/21/wissing-bahnlaerm-fuer-anwohner-unertraeglich

“Güterzüge mit Erz und Kohle, Schüttgüter als Grundstoff werden täglich gebraucht. Deutschland ist für Güter zudem die europäische Drehscheibe.”

Julia Klöckner, 2018 bis 2021 Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft; seit Dezember 2021 Wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU Bundestagsfraktion.

Quelle: nachrichten-heute, 03. März 2024, „Union warnt vor weiteren Bahnstreiks“

„Im Jahr 2019 hatte sich Wissing, damals noch als Wirtschaftsminister des Landes Rheinland-Pfalz, im Bundestag deutlich für den Neubau einer

alternativen Strecke östlich des Rheintals ausgesprochen.

Heiße Luft, wie wir mittlerweile wissen. Und mehr als heiße Luft hat er auch heute nicht zu dem Thema beizutragen.“

Josef Oster, seit Oktober 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages; seit 2022 Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Inneres und Heimat. Quelle: MdB Josef Oster, Newsletter vom 10.03.2024

„Aus meiner Sicht muss die Bahn zuerst einmal verlässlicher werden. Der alte Spruch »pünktlich wie die Eisenbahn« gilt schon lange nicht mehr, aber wir sollten dies in der Zukunft wieder erreichen.“

Prof. Dirk Fischer, 2. Sprecher vom Fachausschuss Verkehrswesen des Fachbereichstages Bauingenieurwesen der Hochschule Koblenz

Quelle: Rhein-Zeitung, Ausgabe Andernach/Mayen, 16.03.2024, Seite 2

„Das von Bahnchef Lutz ausgerufene »Tal der Tränen« darf nicht zum Death Valley der Eisenbahnbranche und der Verkehrswende werden. Die Korridorsanierungsstrategie braucht mehr Effizienz und weniger oberflächliche PR.“

Peter Westenberger, Geschäftsführer „DIE GÜTERBAHNEN“, 22.02.2024

Quelle: https://eisenbahn.blog/kritik-an-db-baustrategie-gueterbahnen-sehen-duestere-aussichten

„Der Bund will sich beim Ausbau und der Sanierung von Bahnstrecken künftig vor allem auf Hochleistungskorridore konzentrieren.

Dabei besteht die konkrete Gefahr, dass andere wichtige Projekte wie zum Beispiel die Franken-Sachsen-Magistrale, der Brenner-Nordzulauf, die Ausbaustrecke München – Mühldorf – Freilassing, die Strecke Ulm – Augsburg oder die Elektrifizierung der Strecke Regensburg – Hof hinten runterfallen. So können wir das im Bundesrat nicht mittragen.“

Christian Bernreiter ist seit dem 23. Februar 2022 Staatsminister im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, 06.03.2024

Zugriff: https://www.stmb.bayern.de/med/pressemitteilungen/pressearchiv/2024/32/index.php

„Wenn man das nachhaltig lösen will (Anmerkung: die massiven Verspätungen im Bahnverkehr), kommen wir um die Erkenntnis nicht herum, dass wir die Infrastruktur über Jahre und Jahrzehnte auf Verschleiß gefahren haben.“

Dr. Richard Lutz trat 1994 in die Dienste der Deutschen Bahn AG. Er ist seit April 2010 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bahn AG und seit März 2017 dessen Vorsitzender.

Quelle: Bild, 22.03.2024, Seite 2

„Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die fortlaufenden Generalsanierungen zu einem sprunghaften Anstieg des Autoverkehrs führen. Die hehren Absichten, den CO2-Ausstoß im Verkehr endlich zu reduzieren, werden ins Gegenteil verkehrt.“ „Selbstmord mit Ansage.“

Benedikt Weibel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und damit deren Generaldirektor von 1993 bis 2006

Quelle: Frankfurter Rundschau, 26.03.2024, 18:00 Uhr, „Generalsanierung der Bahnstrecken: Drohendes Fiasko für Verkehrswende“

Zugriff: https://www.fr.de/wirtschaft/bahn-sanierung-fiasko-verkehrswende-buergerbahn-deutsche-92904365.html

Frage: Was ist schlimmer für die Menschen, extreme Lautstärken über kurze Zeit oder andauernder Lärm auf niedrigerem Niveau?

Professor Dr. med. Ralf Nickel: „Andauernder Lärm.

Zwar »stresst« beides, und führt zu direkten psychischen und körperlichen Reaktionen und die Reaktionen bei extremer Lautstärke sind klar ausgeprägter.

Als Menschen sind wir aber darauf ausgelegt, gut mit akutem Stress umzugehen, da dies unser Überleben sichert.

Dagegen führen früher oder später praktisch alle andauernden Belastungen, die unsere Anpassungs- und Bewältigungsfähigkeit überschreiten, zu Erkrankungen.

Im Übrigen ist es dabei nicht so entscheidend, ob einem die Belastungen, also beispielsweise der Lärm, bewusst sind oder nicht.

Viele Menschen haben sich scheinbar an eine dauerhafte Geräuschkulisse gewöhnt und stellen diese selbst her, anstelle sie abzustellen. Das ist ein echtes Problem.

Die Folgen sind vielfältig. Insbesondere und wissenschaftlich am besten gesichert ist die Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System.

Es kommt zunächst zu funktionellen Veränderungen, etwa einem schnelleren Herzschlag, auch Herzrhythmusstörungen und natürlich steigt der Blutdruck.

Von der anfänglich noch adaptiven Anpassung kommen Körper und Seele rasch in eine permanente Stress- und Alarmreaktion.

Der Körper, die Muskulatur kommen unter Spannung, es entsteht ein dauerhafter Bluthochdruck. Blutgefäße verändern sich, die Gefäßwände verdicken und durch den hohen Blutdruck werden zunehmend auch weitere Organe geschädigt.“

Professor Dr. med. Ralf Nickel, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der „Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken“ Wiesbaden

Quelle: wiesbadener-kurier.de, 23.04.2024, 07:50 Uhr, “Ständiger Lärm schadet uns“

Zugriff: https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/stadt-wiesbaden/wiesbadener-fachmann-staendiger-laerm-schadet-uns-3511021

„Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird es uns 2024 gelingen, die Überalterung der Eisenbahninfrastruktur zu stoppen“

Dr. Philipp Julius Siegfried Nagl (* 1982) ist ein österreichischer Manager in der Eisenbahnbranche. Seit dem 27. Dezember 2023 ist er Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG

Quelle: n-tv.de, 29.04.2024, 08:24 Uhr, „Deutsche Bahn saniert 2000 Kilometer Gleise“

Zugriff: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Bahn-saniert-2000-Kilometer-Gleise-article24907505.html

„Wir werden Milliarden investieren in den nächsten Jahren, die Hauptstrecken grunderneuern, damit es aufhört, dass wir ständig unvorhergesehene Baustellen haben, die zu diesen Unpünktlichkeiten und all den Problemen führen.“

„Für jeden sanierten Korridor gehe ich davon aus, dass er danach faktisch störungsfrei ist.“

„Natürlich gibt es bei jedem Verkehrsträger immer auch mal einen Umwelteinfluss oder eine Extremwetterlage, die zu Schwierigkeiten führt, aber das sind ja Ausnahmen.“

Dr. Volker Wissing (*1970), seit Dezember 2021 Bundesminister für Digitales und Verkehr

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 14.06.2024, „Hoffnungsträger „Generalsanierung“ – für Kunden ein Kraftakt“

Zugriff: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bahn-hoffnungstraeger-generalsanierung-fuer-kunden-ein-kraftakt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240614-99-391205

„Könnte es sein, dass die täglichen Konflikte und Defizite im Alltag, sei es in den Schulen, den Betrieben, den Krankenhäusern, in den Behörden, bei der Bahn und auf der Straße so überhand genommen haben, dass sich immer mehr Menschen von unserem Staat abwenden?“

MdB Friedrich Merz in seiner „MerzMail 206“ vom 15.06.2024

„Wir verstehen den Unmut und die Kritik von Fans. Die Bahn bietet aktuell nicht die Qualität, die alle verdient haben. Gleichzeitig tun wir derzeit alles, um die Reisenden zuverlässig an ihre Ziele zu bringen.“

„Seit Turnierbeginn sind über fünf Millionen Reisende mit unseren ICEs und ICs unterwegs. Darüber freuen wir uns.

Und wenn es mal nicht so klappt wie gewünscht, rufen wir den Fans zu: Danke für eure Geduld und Umsicht.“

Michael Peterson, seit 01.08.2019 Bahn-Vorstand und Fernverkehrschef

Quelle: bild.de, 26.06.2024 – 11:59 Uhr, „Sorry für das Chaos!: Bahn-Vorstand gesteht Mängel zur Fußball-EM“

Zugriff: https://www.bild.de/politik/inland/sorry-fuer-das-chaos-bahn-vorstand-gesteht-krasse-maengel-zur-fussball-em-667bbe1ed5eeac4688981331

„Eine Zeitenwende bei der Bahn muss her. Sie müsste sich an den Kundeninteressen orientieren! Das ist etwas anderes als die derzeitige rein konzerninterne Logik. Und auf diese neue Ausrichtung müsste die Politik die Bahn verpflichten und sie entsprechend kontrollieren. Dazu braucht es etwa eine Veränderung des bisherigen Bonussystems.

Jüngstes Beispiel dieser falschen Politik des staatlichen Eigentümers gegenüber seiner Bahn ist ein Programm, das unter dem schönen Namen »Generalsanierung« abgefeiert wird. Mit neuem Eigenkapital des Steuerzahlers werden Maßnahmen finanziert, die (unterlassene) Instandhaltung, Ersatzinvestitionen und vielleicht etwas Modernisierung zusammenfassen und undurchsichtig vermischen. Eigenkapitalfinanzierung heißt, dass die Mittelverwendung nicht extern nachprüfbar ist. So lässt sich das Fehlverhalten des Managements kaschieren.

Das Vorgehen der Bahn gegenüber seinem Eigentümer ist dabei mit gewisser Berechtigung als Trickserei zu bezeichnen. Zunächst hat man sich salopp gesagt den Zustand der eigenen Anlagen jahrelang schöngeredet, um nicht so viel Geld für Reparaturen ausgeben zu müssen.

Anfang 2023 kam der Strategiewechsel, nun hat die Bahn gegenüber dem Bund einen sehr kritischen Netzzustandsbericht veröffentlicht, der die Lage dramatisch darstellt. So wollte man an frisches Geld aus dem Bundeshauhalt kommen. Nebenbei hat man die Schuld an dem schlechten Zustand des Netzes dem Bund zugeschoben, da dieser zu wenig in das Bahnnetz investiert habe.

Verkehrsminister Volker Wissing wollte es nicht so genau wissen und ließ die Aussagen der Bahn unwidersprochen. So konnte das Geld für die »Generalsanierung« fließen. Und die Politik kann sich dafür feiern, dass schlicht das Normalste der Welt passiert: Wenn was kaputt ist, muss man es Reparieren. Von wegen „Generalsanierung“.

Was von der Großen Verkehrswende bleibt, sind Augenwischerei und hübsche PR-Maßnahmen. Und wer mal wieder in einem verspäteten Zug sitzt, kann sich nicht freuen, dass es an Baumaßnahmen liegt. Es ist lediglich Flickschusterei, die auf mittelfristige Sicht nur den Status quo sichert und mehr Menschen auf die Autobahn treibt.“

Prof. Dr. Thomas Ehrmann(*1958), Volkswirt und Professor am Institut für Strategisches Management der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Ehrmann gehörte dem 2002 eingerichteten und 2017 nach dem Weggang von Rüdiger Grube aufgelösten Bahnbeirat an.

Quelle: Cicero, Magazin für politische Kultur, Ausgabe Juli 2024, Seite 33

„Es gibt in der Schweiz grundsätzlich eine ganz andere Einstellung zum Produkt und System Schiene. Es gibt einen breiten Konsens, dass die Schiene und der Öffentliche Personennahverkehr wichtig sind. Es wurde ein Investitionsfonds gegründet. Und man muss sich klar machen, dass in der Schweiz pro Kopf fünf- bis sechsmal so viel für die Schiene ausgegeben wird wie in Deutschland. Das heißt also: Die Schweizer wollen das Produkt nutzen, sie sind bereit zu investieren, und sie haben sich überlegt, was die pfiffigste Art und Weise ist das zu tun.“

Jure Mikolcic, Geschäftsführer von Stadler Deutschland (Der Schweizer Stadler-Konzern baut seit Jahrzehnten Schienenfahrzeuge.)

Quelle: capital.de, 05.07.2024, 13:52 Uhr, „Die Bahn in der Schweiz funktioniert besser: Wieso ist das so?“

Zugriff: https://www.capital.de/wirtschaft-politik/warum-die-bahn-in-der-schweiz-viel-besser-funktioniert-34855756.html

„Mit der Generalsanierung bringen wir auf hochbelasteten Strecken die komplette Infrastruktur innerhalb eines überschaubaren Zeitraums auf das technisch bestmögliche Niveau – und müssen für Jahre nicht mehr ran.“

Berthold Huber, Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn AG

Quelle: Deutsche Bahn AG

Zugriff am 08.07.2024 um 19:35 Uhr: https://www.deutschebahn.com/de/konzern/Aktuelles/-Unser-Konzept-der-Generalsanierung-funktioniert–12695126

„Die Bahn muss nicht nur pünktlicher werden, sondern auch leiser.“

„Die Bahn darf hier keine Zweiklassengesellschaft installieren. Die enge Tallage hat im Oberen Mittelrheintal ebenso Ausfluss auf mehr Lärm wie im Unteren Mittelrheintal.“

„Die Menschen im Mittelrheintal haben über bald zwei Jahrhunderte im guten Einklang mit der Bahn gelebt. Jetzt ist die Bahn am Zug, den Menschen an der Bahnstrecke auch ihre Lebensqualität zurückzugeben.“

MdB Erwin Rüddel, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Neuwied/Altenkirchen

Quelle: https://erwin-rueddel.de/news/lokal/2731/Erwin-Rueddel-fordert-umfassenden-Laermschutz-im-Mittelrheintal.html, gesendet am 08.07.2024, 15:20 Uhr

„Einer meiner Schwerpunkte wird das Thema Zusammenhalt – von Menschen, aber auch von Regionen.“

„Es gibt nur ein Rheinlad-Pfalz. Dieses Rheinland-Pfalz kann man aber nicht einfach postulieren, das muss jeden Tag gespürt und gelebt werden.“

„Wir haben in Rheinland-Pfalz bei Landtagswahlen schon immer deutlich gemacht, dass es um das Land zwischen Zweibrücken und Koblenz geht.“

Alexander Schweitzer, seit dem 10.07.2024 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz

Quelle: Rhein-Zeitung, 10.07.2024, Ausgabe Neuwied, Titelseite und Seite 2

„Was den Fans teilweise widerfahren ist, entspricht nicht dem Anspruch Deutschlands und nicht dem Anspruch, den ich an unsere Verkehrsinfrastruktur habe.“

„Mit der Ankündigung, während der EM täglich 10.000 zusätzliche Sitzplätze

 im Zugverkehr zur Verfügung zu stellen, hat sich die DB übernommen.“

Dr. Volker Wissing (*1970), seit Dezember 2021 Bundesminister für Digitales und Verkehr

Quelle: Zeit Online, 12.07.2024

Zugriff: https://www.zeit.de/news/2024-07/12/wissing-bahn-hat-sich-bei-der-em-uebernommen

„Ich glaube, die oberste Priorität (Anmerkung: bei der Deutschen Bahn) ist natürlich, den Betrieb überhaupt am Laufen zu halten. Das ist heute schon mal anspruchsvoll genug.

Aber ich glaube, die Bahn muss endlich mal die längst angekündigte Sanierung angehen und aus meiner Sicht muss im Mittelpunkt tatsächlich stehen, die Sanierung der Management-Strukturen.

Die Bahn hat in den letzten Jahren unglaublich viel an Verwaltung, an Wasserkopf aufgebaut, was auch die Entscheidungen schlecht und langsam macht – und ich glaube, dies ist ein zentrales Problem, das man angehen muss, auch ohne dass man mehr Geld zur Verfügung hat.“

Prof. Christian Böttger, Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Quelle: ARD – Tagesthemen, 25.07.2024, 22:15 Uhr

„Alle Geschäfte müssen wieder profitabel werden.“

Dr. Levin Holle, ab Anfang 2018 Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG und seit Februar 2020 deren Vorstand Finanzen & Logistik

Quelle: deutschebahn.com, Mitschnitt der Halbjahres-Bilanz-Pressekonferenz 25.07.2024, „Mitten im Machen – für eine bessere Bahn“

Zugriff: https://www.deutschebahn.com/de/presse/suche_Medienpakete/Halbjahresbilanz-2024-12953906

„Extremwetterereignisse in nie dagewesenem Ausmaß haben die ohnehin sanierungsbedürftige Schieneninfrastruktur an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gebracht und die betriebliche und finanzielle Lage im Personen- und Güterverkehr verschärft. Dazu kamen Streiks und Havarien wie der Rauhebergtunnel.“

Dr. Richard Lutz, seit 1994 in leitenden Positionen Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG und seit April 2010 Mitglied des Vorstands, sowie seit März 2017 dessen Vorsitzender

Quelle: deutschebahn.com, Mitschnitt der Halbjahres-Bilanz-Pressekonferenz 25.07.2024, „Mitten im Machen – für eine bessere Bahn“

Zugriff: https://www.deutschebahn.com/de/presse/suche_Medienpakete/Halbjahresbilanz-2024-12953906

„Wir müssen in Zukunft mehr Bahn mit weniger Menschen schaffen.“

„Wir wollen in den nächsten fünf Jahren den Personalbedarf um etwa 30.000 Vollzeitpersonale reduzieren.“

Dr. Levin Holle, ab Anfang 2018 Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG und seit Februar 2020 deren Vorstand Finanzen & Logistik

Quelle: Rheinzeitung, 26.07.2024, Seite 6, Wirtschaft, „Die Bahn fährt einen Milliardenverluste ein.“

„Dass die Bahn einen Milliardenverlust einfährt, passt zum Bild, das sie bei Kunden abliefert: Im Nahverkehr lässt der Konzern sie immer wieder stehen. Im Fernverkehr ist er so unzuverlässig, dass sich viele abwenden. Dass nur 52,9 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich erreichten, ist ein Tiefpunkt – und geschönt dazu. Die kreative Definition von Verspätung verschleiert die Misere. Vorstand und Bund machen es sich zu einfach, wenn sie auf frühere Versäumnisse verweisen. Sie sind Teil des Problems. Zumal die Bahn im Vergleich nicht mal unterfinanziert ist.

Die Ausreden von Richard Lutz für den Verlust – schlechtes Wetter und Streiks – überzeugen nicht. Gerne weiht der Bahn-Chef Züge ein, bei Problemen taucht er ab. Hinzu kommt das Kontrollversagen: Im Aufsichtsrat sitzen Vertreter der Politik, die schmerzhafte Entscheidungen scheuen. Stuttgart 21 wird zum Fass ohne Boden – mit dem Geld hätte man viele Strecken sanieren können. Die Kontrolleure setzen falsche Anreize: Dass sich Boni für Bahn-Manager an Frauenquoten und nicht an Kunden-Interessen wie Pünktlichkeit orientieren, ist ein Beispiel.

Seit Langem fordert die Monopolkommission, Schiene und Betrieb zu entflechten – vergeblich. So arbeitet die Bahn ähnlich schlecht wie ein Kombinat zu DDR-Zeiten: Die Kunden sind ihr egal, und am Ende wird der Steuerzahler schon einspringen. Die Bahn ist der Schlüssel im Kampf gegen den Klimawandel. Doch bei der Minderleistung ist es kein Wunder, wenn Bürger lieber Flugzeug oder Auto nehmen.“

Dr. Antje Höning (*1967) ist Wirtschaftsjournalistin und leitet die Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post

Quelle: Rhein-Zeitung, 26.07.2024, Seite 6, Kommentar, „Die Ausreden des Bahn-Chefs überzeugen nicht mehr“

Zugriff: https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Welchen-Zeitpuffer-plant-DB-Chef-Lutz-bei-Zugreisen-ein-article25114631.html

„Die Umschreibung „marode“, mit der selbst Bahn-Chef Richard Lutz die Infrastruktur des Staatsunternehmens beschreibt, trifft längst nicht mehr nur auf Schienen, Bahnhöfe und Weichen zu. Das Management des Fahrbetriebs ist es auch.

Während der Vorstand munter auf Versäumnisse der Vergangenheit verweist – Lutz war übrigens seit 2010 Finanzchef und ist ab 2017 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn –, kommen die aktuellen Aufräumarbeiten mit viel zu kleinen Trippelschritten voran.

Kaum passt zusammen, dass der Schienenbetrieb der DB gegenüber dem ersten Halbjahr 2023 0,4 Prozent an Umsatz verlor, dafür aber gleichzeitig 11.000 zusätzliche Mitarbeiter benötigte. Was diese im Unternehmen anstellen, bleibt Fahrgästen ein Rätsel. Vielen gleicht die Durchsage „Aus Personalmangel muss dieser Zug entfallen“ inzwischen fast einem täglichen Horror.

Der Bahn-Chef setzt derweil auf Durchhalteparolen. 2031, wenn alle Korridore saniert seien, werde alles besser, verspricht er. Für wie lange ist angesichts der massiven Bahnstörungen in den kommenden sechs Jahren aber nicht einmal sicher. Bauarbeiten an Bahnübergängen und Überholgleisen müssten womöglich auch dann noch nachgeholt werden, bemängeln Bahnverbände. Und selbst die kaum 20 Jahre alte Schnellstrecke zwischen Siegburg und Frankfurt ist aktuell gesperrt, weil sie renoviert werden muss.

Das endgültige Pendler- und Fernreisenden-Paradies, so verspricht es die Bahn, soll künftig der Deutschlandtakt schaffen. Wann er kommt, verriet neulich der Bundesbeauftragte für den Schienenverkehr, Michael Theurer: in 50 Jahren.“

Christoph Schlautmann ist Redakteur im Unternehmensressort des Handelsblattes

Quelle: Handelsblatt, Wochenende 26./27./28. Juli 2024, NR. 143, Seite 16, Meinung & Analyse, „Ist die Bahn noch zu retten?“

Oder Zugriff unter: https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-ist-die-deutsche-bahn-noch-zu-retten/100055377.html

„Die Ampel kann nicht seriös regieren, das Chaos geht weiter.“

„Der Bundeshaushalt ist löchrig wie ein Schweizer Käse, überall offene Fragen und ungedeckte Schecks.“

Markus Söder ist seit 2018 Ministerpräsident des Freistaates Bayern und seit 2019 Parteivorsitzender der CSU

Quelle: Zeit-Online, 03.08.2024

Zugriff: https://www.zeit.de/news/2024-08/03/soeder-zu-haushaltsstreit-ampel-kann-nicht-serioes-regieren

„Ich würde in Deutschland nie im Fernverkehr unternehmerisch tätig werden. Auf der heutigen Infrastruktur ist es schwierig, einen vernünftigen Betrieb abzuwickeln. Die Deutsche Bahn (DB) tut, was möglich ist. Ich bewundere, mit welcher Zielstrebigkeit sie die Totalsanierung wichtiger Strecken angeht. Aber es wird Jahre brauchen, bis die Infrastruktur in einem besseren Zustand ist.

Wir sind ebenfalls nicht zufrieden, dass die Züge nach München und auf anderen Strecken so oft verspätet sind. Auch hier ist die Infrastruktur das Problem. Aber dank der Kooperation können wir der DB heute sagen, sie solle nicht in die Schweiz weiterfahren und bei uns einen pünktlichen Ersatzzug einsetzen. Würde die DB in Eigenregie in die Schweiz fahren, wäre das nicht mehr möglich. Sie würde dann auch mit stark verspäteten Zügen weiterfahren wollen.“

Monika Ribar

seit 2016 Präsidentin des Verwaltungsrates der Schweizerischen Bundesbahn (SBB).

Quelle: nzz.ch, 12.08.2024, 05.30 Uhr, Interview mit SBB-Präsidentin Monika Ribar

Zugriff: https://www.nzz.ch/schweiz/sbb-praesidentin-monika-ribar-ich-wuerde-in-deutschland-nie-im-fernverkehr-taetig-werden ld.1842857?mktcid=nled&mktcval=123_2024-08-22&kid=nl123_2024-8-22&ga=1

„Wir wollen viel Verkehr auf der Schiene, pünktlichen Verkehr auf der Schiene, wir wollen eine leistungsfähige Schiene.“

Dr. Volker Wissing (*1970)

seit Dezember 2021 Bundesminister für Digitales und Verkehr

Quelle: Rhein-Zeitung, Ausgabe Neuwied, Dienstag, 13. August 2024, Seite 7

„Es gibt beim Infrastrukturbetreiber DB InfraGO nach unseren Erkenntnissen keine klare Verantwortungszuweisung zwischen Zentrale und Region für die Betriebsabwicklung.“

Peter Westenberger

Geschäftsführer bei „DIE GÜTERBAHNEN“

Quelle: Rhein-Zeitung, Ausgabe Neuwied, Montag, 19.08.2024, Seite 6, „Auf der Rheintalbahn geht es nicht voran“

„Wir Lokführer in der EVG sind stinksauer über diese kaputte Eisenbahn. Nichts funktioniert mehr, die Belastungen der Belegschaft werden immer höher und das Ansehen auf das Berufsbild nimmt Tag für Tag weiter ab.

Politik und Management haben mehr als versagt und die einst stolze und zuverlässige Bahn nicht saniert, sondern an den Abgrund gestellt. Die Bahnreform, die vor 30 Jahren die DB aus den roten Zahlen führen sollte, ist gescheitert und ein Neustart notwendiger denn je.“

Karsten Ulrichs

ICE-Lokführer und Vorsitzender der Zentralen Fachgruppe Lokfahrdienst der Bahngewerkschaft EVG

Quelle: Nahverkehrspraxis, Fachzeitschrift für moderne Mobilität, 19.08.2024

Zugriff: https://www.nahverkehrspraxis.de/evg-lokfuehrer-erklaeren-bahnreform-fuer-gescheitert

„Deutschland hat heute die älteste Stellwerklandschaft in Westeuropa.“

„Wir müssen die alten Stellwerke modernisieren. Alte Stellwerke brauchen zu viele Fahrdienstleiter. Dort haben wir einen doppelten Hebel. Moderne Stellwerke sind weniger störanfällig und brauchen auch weniger Personal.“

„In den vergangenen Jahrzehnten wurde zu wenig erneuert, zu wenig in die Sanierung gesteckt.“

„Mit unserem neuen Baustellenkonzept bauen wir nach Fahrplan und im festen Tackt. Nur so können wir das riesige Bauvolumen bewältigen.“

Dr. Philipp Nagl

österreichischer Manager in der Eisenbahnbranche und seit 2023 Vorstands-vorsitzender der DB InfraGO

„Die betriebliche Lage kann nicht bleiben, wie sie ist. Damit Züge wieder pünktlicher werden, bauen wir so viel wie noch nie. Damit wir Fahren und Bauen wieder unter einen Hut bringen, steuern wir unsere Baustellen ab sofort nach einer fundamental neuen Logik: Das Bauen folg dem Fahrplan und nicht umgekehrt.“

Philipp Nagl

Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG

Quelle: „Der BauUnternehmer“, September 2024, Seite 5

„Nur die Sanierung von Strecken kann nicht die Lösung des Problems der Bahn sein.

Nicht nur die Riedbahn ist in einigen Abschnitten zu 150 Prozent ausgelastet. Wenn man das politische Ziel weiterverfolgen will, noch mehr Menschen und Güter auf die Schiene zu bringen, kommt man deswegen nicht um den zusätzlichen Neubau von Strecken und den Ausbau von Bahnhöfen herum.“

„Das Problem bei der Deutschen Bahn (DB) sind nicht etwa die Baustellen selbst, sondern die unprofessionelle Planung der Projekte.“

„Wir beobachten mit großer Sorge das viele Vorplanungen und Ausschreibungen der DB miserabel sind, so dass Projekte in Schieflage geraten und nicht so getan werden können, wie ursprünglich geplant. […] Wenn die Vorplanungen für die Baustellen in dem neuen Baustellenkonzept nicht verbessert werden, kann das zu einem Desaster führen. Im schlimmsten Falle werden Strecken gesperrt sein und es finden keine Bauarbeiten statt.“

„Deshalb muss die DB InfraGO AG dringend zum Beispiel das Einholen von Genehmigungen, Baugrundgutachten und Kampfmittelsondierungen, das Risikomanagement oder die Materialbeistellung durch das eigene Haus deutlich professionalisieren. Das ist klassische Bauherrenaufgabe.“

Michael Gilka

Hauptgeschäftsführer Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmer e.V. (BVMB)

Quelle: „Der BauUnternehmer“, September 2024, Seite 4 und 8

„Die DB-Spitze und die Politik muss für Korridorsanierungen und die vielen Bauarbeiten im Netz einen realistischen und verlässlichen Zeit- und Finanzierungshorizont definieren. Die Unternehmen können bis heute noch keine realistische Kapazitätsplanung machen, da die Politik und die DB sich nicht einig sind.“

„Ich halte es für vernünftig, das ganze Generalsanierungsprojekt zeitgleich zu dehnen. Nur realistische Zeitpläne werden die Baufirmen dazu bewegen, ihre Kapazitäten weiter aufzustocken. Denn nach den vielen schlechten Erfahrungen der vergangenen Jahre wird in unserer Branche kein Unternehmen mehr aufgrund einer bloßen politischen Absichtserklärung Menschen einstellen und Maschinen kaufen. Das tun wir künftig erst dann, wenn die Vorhaben finanziell hinterlegt sind.“

Tim Oliver Müller

Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie

Quelle: „Der BauUnternehmer“, September 2024, Seite 8

„Ich will Ergebnisse sehen.“

„Wir wollen ein Sanierungsprogramm haben, das bis zum Jahr 2027 läuft und kontinuierlich Verbesserungen bringt.“

„Es darf die Option nicht geben, dass es nicht klappt (Anmerkung: Die „Korridorsanierung“).

Das ist meine Vorgabe.“

Dr. Volker Wissing (*1970)

seit Dezember 2021 Bundesminister für Digitales und Verkehr

Quelle: Frankfurter Rundschau, 04.09.2024

„Ich habe den Mut aufgebracht, beispielsweise dies Korridorsanierung in die Wege zu leiten und ich werde alles tun, damit diese Dinge, die ich begonnen habe, erfolgreich fortgeführt werden – und die Haushaltsfragen, die wird man sicherlich sich jetzt genau anschauen und wird alles tun, damit die Projekte nicht durch diese Ereignisse gestört werden oder verzögert werden.“

Dr. Volker Wissing (*1970)

seit Dezember 2021 Bundesminister für Digitales und Verkehr am 07.11.2024 bei seiner Pressekonferenz zu seinem Parteiaustritt nach dem Ende der „Ampel Regierung“

Quelle: „phoenix vor ort“, 7.11.2024

Zugriff: https://www.youtube.com/watch?v=RqaiT5vLOCw

„Wir werden den Wendepunkt erreichen, nämlich, dass wir die Infrastruktur nicht weiter überaltern lassen.“

„Wenn wir jetzt die nächsten zwei, drei Jahre auf diesem Niveau weiter investieren, dann wird man im ganzen Netz in der Breite spüren, dass die Störanfälligkeit der Infrastruktur sinkt und die Qualität des Zugverkehrs zunimmt.“

„Erstmal wird es nicht weiter schlechter, und das ist schon ein Erfolg“

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG

Quelle: n-tv.de, 30.12.2024, 18:09 Uhr, „Deutsche Bahn diagnostiziert Wendepunkt bei Infrastruktur“

Zugriff: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutsche-Bahn-diagnostiziert-Wendepunkt-bei-Infrastruktur-article25459776.html

„Die Institutionen und Prozesse rund um die Schieneninfrastruktur haben eine Generalsanierung dringend nötig – nicht nur 40 einzelne Eisenbahnstrecken.“

„Der Bundesverkehrsminister hat zwar das Finanzierungs-, aber nicht das Organisationsproblem benannt.“

„Die Konsequenzen werden den ausscheidenden Verkehrsminister sicher nicht mehr treffen. Aber die zur Wahl stehenden Parteien werden die wachsenden Qualitäts- und Preisprobleme der deutschen Eisenbahnen aus unterlassener Neuorganisation schnell bedrängen.“

Peter Westenberger, GeschäftsführerDIE GÜTERBAHNEN,Zu den Mitgliedern zählen mehr als 110 private, regionale und internationale Unternehmen mit Bezug zum Schienengüterverkehr.

Quelle: Pressmitteilung von DIE GÜTERBAHNEN, 30.12.2024, „Ein Jahr DB InfraGO: Weiter-so-Experiment gescheitert“     

Zugriff: https://die-gueterbahnen.com/news/ein-jahr-db-infrago-weiter-so-experiment-gescheitert.html

„Wir übernehmen Verantwortung für unsere Arbeit in Deutschland – aber genauso in allen anderen Ländern, in denen wir tätig sind. Als Deutsche Bahn bekennen wir uns klar zu unserer sozialen Verantwortung und unserer Rolle in der Gesellschaft.“

„Lärmschutz bedeutet für uns, auch an diejenigen Menschen zu denken, die an der Schiene wohnen. Denn mehr Verkehr auf der Starken Schiene kann nur gelingen, wenn er von den Menschen akzeptiert wird, die direkt an den Bahntrassen wohnen.“

Quelle: Deutsche Bahn AG, Nachhaltigkeitskennzahlen 2024

Zugriff: https://nachhaltigkeit.deutschebahn.com/de/kennzahlen

„Die Riedbahn bleibt erst mal noch ein Verspätungsloch.“

Prof. Dr. Christian Böttger ist Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Quelle: capital.de, 09.01.2025, 10:30 Uhr, „Verspätungen auf der Riedbahn – hat die Bahn zu viel versprochen?“

Zugriff: https://www.capital.de/wirtschaft-politik/riedbahn-pannen—hat-die-deutsche-bahn-zu-viel-versprochen–35364126.html  

„Wenn Sie im Unternehmen sind, müssen Sie jeden Tag aufs Neue zwischen Werten und Interessenlagenoptimieren. Aber am Ende des Tages entscheiden die Kunden, und die Kunden haben Interessen. Wenn Sie diese Interessen nicht bedienen, dann kriegen Sie vielleicht einen Friedensnobelpreis für wertegeleitete Unternehmenspolitik, aber Sie haben keinen Umsatz mehr.“

Joe Kaeser, Aufsichtsratschef von Siemens Enrgy beim World Economic Forum WEF 2025 in Davos vom 20. bis 24. Januar 2025

Quelle: WELT AM SONNTAG,26. Januar 2025, Seite 18, WIRTSCHAFT

“Ständig geht ein Familienmitglied in den Weiten des deutschen Bahnnetzes verloren – also zumindest temporär.”

„Es gibt kein klares Ziel (Anmerkung: Der Deutschen Bahn) und einen solchen Wust an Geschäftsführern, dass Verantwortlichkeiten verschwimmen. Sehen Sie sich mal an, wie viele dutzend Pressesprecher die Deutsche Bahn hat, das beschreibt die Lage ganz gut.“

„In Deutschland herrscht so eine Wurschtigkeit gegenüber der Bahn, wie man auf Wienerisch sagen würde. Keiner regt sich mehr auf, wenn etwas nicht mehr läuft.“

„Lutz (Anmerkung: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG) ist ein exzellenter Mann! Kenntnis reich, er verdient Vertrauen.“

“Es gibt bei der Deutschen Bahn zu viele Ebenen, zu viele Manager, die da durch die Gegend laufen, dazu noch etliche Unternehmensberater. So wird das nie was. Da muss einer mal den Mut haben, durchzugreifen, eine Ansage für alle zu treffen.”

„Gerade in Krisenzeiten braucht die Bahn klare Ansagen von oben. Und einen Chef, den die Politik nicht anzählt. Das ist auch so die schwierigste Managementaufgabe in Deutschland.“

„Nur ein gutes Drittel der Probleme hängt mit der Infrastrukturqualität (Anmerkung: Der Deutschen Bahn) zusammen, das ist in den DB-Berichten nachzulesen.“

„Die Infrastruktur (Anmerkung: Der Deutschen Bahn) ist doch nicht schuld an den Krümeln auf den Tischen der ersten Klasse, den gesperrten Klos, den fehlenden Lokführern. Auch nicht an der Überlastung der Bahnknoten durch unkoordinierte Bestellungen aus den Bundesländern. Aber die Infrastruktur ist das am schwierigsten zu lösende Problem. Wenn Du aus Österreich über die deutsche Grenze fährst bei Salzburg, dann ist das, als ob du vom Silicon Valley in die wilde Prärie kommst, da ist nur noch Lederhose, kein Laptop.“

„Diese radikale Maßnahme (Anmerkung: Korridorsanierungen) ist natürlich ein Offenbarungseid. Wer so etwas machen muss, hat zuvor alles verkommen lassen.“

„Das ist die größte Lebenslüge der Bahn (Anmerkung: Dass die Bahn Rendite einfahren soll). Es gibt keine einzige Bahninfrastruktur in der Welt, die für sich allein profitabel ist.“

„Die Bahninfrastruktur ist ein Gemeingut, so wie die Wasser- oder Gesundheitsversorgung. Man muss sich davon verabschieden, dass man jemals echte Gewinne macht. Der Staat muss da investieren, in meiner Vorstandszeit ging es dabei etwa um teure Tunnelprojekte.“

„Ich bin Optimist. Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn die Deutsche Bahn die Finanzierung bekommt, die sie bräuchte. Und zwar zuverlässig, unabhängig von den jeweiligen Wahlergebnissen. Und wenn dann noch die Struktur radikal aufgeräumt würde, es klare Verantwortlichkeiten gäbe und jeder an den Kunden dächte. Ich halte das für möglich, denn bei allen Problemen: Die DB hat exzellente Leute. Jeder Bahner in Europa, ich auch, hat Respekt, wie die Mitarbeiter der DB den Betrieb derzeit noch irgendwie aufrechterhalten, trotz all der widrigen Umstände.“

Christian Kern leitete von 2010 bis 2016 die ÖBB und war von 2016 bis 2017 Bundeskanzler in Österreich.

Quelle: DIE ZEIT, 30. Januar 2025, Seite 22 (WIRTSCHFT), „So wird das nie was“

„Klar ist für uns, dass die Bahn vom Kopf auf die Füße gestellt werden muss, wenn sich Verbesserungen ergeben sollen.“

Ulrich Lange, Vize-Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion für Verkehr

Quelle: zdf.de, 03.02.2025 | 08:40 Uhr, „Droht Bahn-Konzern eine Zerschlagung?“

Zugriff: https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/unternehmen/bahn-bundestagswahl-sorge-union-plaene-100.html

„Die Forderung nach der Zerschlagung der Bahn ist ein weiteres Beispiel dafür, wie den Menschen derzeit vermeintlich einfache Lösungen für komplexe Probleme versprochen werden. Statt auf das Organigramm sollten sich daher alle darauf konzentrieren, das Sanierungsprogramm weiter konsequent durchzuziehen. Denn der Kern des Problems liegt in der über die letzten Jahrzehnte kaputtgesparten Infrastruktur.“

Dr. Volker Wissing ist seit dem 08.12.2021 Bundesminister für Digitales und Verkehr, sowie seit dem 07.11.2024 zusätzlich Bundesminister der Justiz

Quelle: Rhein-Zeitung, 04.02.2025, Seite 8, „Steht Trennung von Schiene und Netz bevor?“

„Wir stehen vor den Scherben von 20 Jahren Eisenbahnpolitik. Die Eisenbahn ist in dieser Struktur nicht mehr zukunftsfähig.“

„Die DB ist als großer, monolithischer Klotz politisch so mächtig, dass sie ihrem Eigentümer auf der Nase herumtanzt.“

„Die Bahn wäre möglicherweise besser steuerbar, wenn man getrennte Gesellschaften hätte.“

„Wenn man sich anguckt, in welchem schlechten Zustand die Bahn heute ist, muss man zumindest die Frage stellen, ob eine komplette Trennung derzeit umsetzbar ist.“

„Derzeit ist es ja so, dass vor allem die DB ihre Leute in den Aufsichtsrat der Infrastruktur schickt, nicht der Staat. Wenn man die Beherrschungsverträge aufheben würde, dann könnte die Politik selbst Aufsichtsräte bestimmen.“

„Der neue Bundeskanzler wird an seinem ersten Arbeitstag nicht als Erstes sagen: Jetzt muss ich mich mal um die Bahn kümmern.’“

Prof. Dr. Christian Böttger ist Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Quelle: Rhein-Zeitung, 04.02.2025, Seite 8, „Steht Trennung von Schiene und Netz bevor?“

„Die Eisenbahninfrastruktur hat eine Bestandsgarantie durch das Grundgesetz. Das heißt, der Bund hat eine Gewährleistungsverpflichtung. Die Infrastruktur der DB kann also nicht pleitegehen, weil der Bund immer einspringen müsste. Als Folge genießen die Schulden dieser Firma eine „implizite Staatsgarantie“. Die Deutsche Bahn beschafft derzeit nicht für einzelne Sparten Geld, sondern als DB AG, und gibt das dann in die Sparten weiter – teils mit unterschiedlichen Zinsen.“

„Unter den Augen des Bundes ist die Deutsche Bahn immer weiter in die Krise gerutscht. Man bekommt das Unternehmen nicht gesteuert. Einige politische Beobachter sagen, das liege daran, dass die Bahn zu groß, zu mächtig ist. Wenn man die Infrastruktur abtrennt, gibt es für den Bund bessere Steuerungsmöglichkeiten als Eigentümer.“

„Unter Verkehrsminister Volker Wissing ist die letzte Reform sehr enttäuschend und minimalistisch umgesetzt worden. Das wird in der nächsten Legislaturperiode maßgeblich davon abhängen, wer dann Verkehrsminister wird.“

„Die Finanzlage der Bahn ist absolut dramatisch. Die unter Wissing angestoßene Generalsanierung ist nur bis zur Wahl finanziert. Ob das Konzept mit der Komplettstreckensperrung überhaupt sinnvoll ist, halte ich für fraglich. Da werden auch in Fachkreisen erhebliche Zweifel geäußert. Das wird vermutlich zunächst von einer möglichen CDU-geführten Regierung überprüft werden. Allerdings ist auch klar: Die Politik hat sicherlich derzeit andere Prioritäten, als über eine Bahnreform zu streiten. Ich halte die Trennung eigentlich für richtig, ich glaube aber, dass andere Reformen derzeit wichtiger sind. Deshalb ist es denkbar, dass die neue Regierung die Strukturreform erst einmal zurückstellt.“

„Die Politik hat über viele Jahre Reformen schleifen lassen. Es muss beispielsweise dringend etwas an den Trassenpreisen getan werden. Da haben wir bisher ein unfassbar kompliziertes Ermittlungssystem. Das, in Verbindung damit, dass man für 2025 und 2026 die Bahnsanierung mit Eigenkapital finanzieren will, führt dazu, dass die Trassenpreise für den Güterverkehr und den Fernverkehr jeweils um 20 Prozent ansteigen. Das wird zu dramatischen Einschnitten führen. Wenn man verhindern will, dass die Bahn zu einer Schrumpfbahn wird, muss die Regierung kurzfristig eingreifen.“

„Es gibt eine Begrenzung, wie viel Geld man sinnvoll ausgeben kann – denn selbst, wenn mehr Geld zur Verfügung stehen würde, fehlen die Fachkräfte, die die Arbeit machen. Zuerst einmal sollten deshalb die Reformen angegangen werden, die kein zusätzliches Geld und keine knappen Ressourcen benötigen.“

„In ein Netz, das nicht wächst, werden seit Jahren immer mehr Zugverbindungen eingeplant, von denen viele derzeit wegen Personalmangel entfallen. Wenn man in den Knoten die Zahl der Fahrten etwas reduziert, könnte man wohl die Pünktlichkeit deutlich verbessern.“

Prof. Dr. Christian Böttger ist Professor im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin

Quelle: web.de, aktualisiert am 16.02.2025, 11:22 Uhr

Zugriff: https://web.de/magazine/politik/inland/bahnexperte-boettger-deutschen-bahn-helfen-wuerde-40666376

„Die von uns beauftragte Studie zeigt, dass das Schienengüterverkehrs-aufkommen aus den Seehäfen unserer westlichen Nachbarländer deutlich höher ausfallen wird als in der Verkehrsprognose 2040 des Bundes angenommen.“

„Es braucht daher zwingend eine an den tatsächlichen Entwicklungen orientierte Prognose und darauf aufbauend ein Gesamtkonzept für den Ausbau der Schieneninfrastruktur auf diesen Korridoren.“

Gregor Berghausen ist seit 2016 Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf

Quelle: „Neue Studie zum Schienenverkehr im Rheinland“ der IHK-Düsseldorf, Pressemeldung Nr. 15 vom 24.03.2025 

Zugriff: https://www.ihk.de/duesseldorf/presse/aktuell/neue-studie-zum-schienenverkehr-im-rheinland-6510976

„Die unzureichende Berücksichtigung des steigenden Güterverkehrs aus den ARA-Häfen verschärft bestehende Kapazitätsengpässe. Bereits heute ist die Schieneninfrastruktur in der Region an vielen Stellen überlastet, was sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr massiv beeinträchtigt.“

„Hinzu kommt, dass wir selbst bei Umsetzung aller aktuellen BVWP-Projekte noch Engpässe im Netz hätten. Das zeigt, wie sehr die Bundesverkehrs-wegeplanung der Realität hinterherläuft.“

Dr. Norbert Reinkober Geschäftsführer des Zweckverbands go.rheinland

Quelle: „Neue Studie zum Schienenverkehr im Rheinland“ der IHK-Düsseldorf, Pressemeldung Nr. 15 vom 24.03.2025

Zugriff: https://www.ihk.de/duesseldorf/presse/aktuell/neue-studie-zum-schienenverkehr-im-rheinland-6510976

„Die Deutsche Bahn und die Eisenbahnen in Deutschland befinden sich in der größten Krise seit 30 Jahren.“

„Aufgrund von infrastrukturbedingten Störungen, Streiks und Extrem-Wetterereignissen, lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr im Jahr 2024, nur noch bei 62,5 Prozent – und damit erneut unter dem Vorjahreswert.“

„Ich leide jeden Tag ein Stück weit mit, auch mit unseren Fahrgästen im Personenverkehr und auch mit unseren Kunden.“

Richard Lutz ist seit April 2010 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bahn AG und seit März 2017 dessen Vorsitzender

Quelle: Phönix vor Ort, 27.03.3035 zur „Bilanz-Pressekonferenz der DB AG am 27.03.2025 in Berlin“

Zugriff: https://www.youtube.com/watch?v=FqsTwvXbnL8

„Die von uns beauftragte Studie zeigt, dass das Schienengüterverkehrs-aufkommen aus den Seehäfen unserer westlichen Nachbarländer deutlich höher ausfallen wird als in der Verkehrsprognose 2040 des Bundes angenommen.“

„Es braucht daher zwingend eine an den tatsächlichen Entwicklungen orientierte Prognose und darauf aufbauend ein Gesamtkonzept für den Ausbau der Schieneninfrastruktur auf diesen Korridoren.“

Gregor Berghausen ist seit 2016 Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf

Quelle: IHK-Düsseldorf, Pressemeldung Nr. 15 vom 24.03.2025 zu „Neue Studie zum Schienenverkehr im Rheinland“

Zugriff: https://www.ihk.de/duesseldorf/presse/aktuell/neue-studie-zum-schienenverkehr-im-rheinland-6510976

„Die unzureichende Berücksichtigung des steigenden Güterverkehrs aus den ARA-Häfen verschärft bestehende Kapazitätsengpässe. Bereits heute ist die Schieneninfrastruktur in der Region an vielen Stellen überlastet, was sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr massiv beeinträchtigt.“

„Hinzu kommt, dass wir selbst bei Umsetzung aller aktuellen BVWP-Projekte noch Engpässe im Netz hätten. Das zeigt, wie sehr die Bundesverkehrswege-planung der Realität hinterherläuft.“

Dr. Norbert Reinkober Geschäftsführer des Zweckverbands go.rheinland

Quelle: IHK-Düsseldorf, Pressemeldung Nr. 15 vom 24.03.2025 zu „Neue Studie zum Schienenverkehr im Rheinland“

Zugriff: https://www.ihk.de/duesseldorf/presse/aktuell/neue-studie-zum-schienenverkehr-im-rheinland-6510976

„Solange der politische Wille nicht besteht, dass sich etwas verändert, passiert nichts!“

Rolf Papen, seit 2013 Vorsitzender der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ am Ende der Vorstellung des Rechtsgutachtens „Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Betriebsimmissionen der Bahnstrecken durch das Mittelrheintal„ durch Rechtsanwalt Matthias M. Möller in Kamp-Bornhofen am 27.03.2025

Quelle: Wiesbadener Kurier, 28.03.2025, „Anspruch auf mehr Schutz festgestellt“

„Die Zeit drängt, denn aufgrund der zu erwartenden Zunahme des Schienen-güterverkehrs, benötigen wir kurzfristig mehr Lärmschutzmaßnahmen in den Kommunen vor Ort und mittelfristig Güterzugtrassen für den europäischen Schienengüter-Transitverkehr außerhalb des engen Mittelrheintals.

Es wäre sehr zu wünschen, zielführend und erfolgversprechend, wenn sich die vom Bahnlärm betroffenen Landkreise und Kommunen des Mittelrheintals in diesem Sinne solidarisieren, um sich gemeinsam und geschlossen durch nachhaltiges Engagement für mehr Schutz vor Bahnemissionen und somit auch für die Lebensqualität, Gesundheit und Zukunft der Menschen in der Region einsetzen.

Geschieht dies nicht, wird auch das Untere Mittelrheintal von Koblenz bis Bonn in vielen Bereichen (insbesondere in den historisch gewachsenen Ortskernen) durch den zunehmenden Schienengüterverkehr weiteren massiven Schaden nehmen – mit dann unumkehrbaren Konsequenzen für die ganze Region.“

Rolf Papen, seit 2013 Vorsitzender der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“

Quelle: Blick aktuell, 12.04.2025„Bürgerinitiative informiert zu bisherigen und noch erforderlichen Maßnahmen zum Bahnlärmschutz“

Zugriff: https://www.blick-aktuell.de/Nachrichten/Buergerinitiative-informiert-zum-Bahnlaermschutz-624691.htmlPressemitteilung vom 03.04.2025

„Die Pünktlichkeit rast weiter in den Keller, obwohl der Konzern Besserung versprochen hatte. Damit kommt die Deutsche Bahn als Wolf im Osterhasenfell daher, der den Kunden gleich zwei faule Eier ins Nest legt. Mehr Reisende in noch unpünktlicheren Zügen können nur im Chaos enden. Das ist skandalös und zeigt einmal mehr, dass der Konzern reif zum Aufräumen ist.“

MdB Ulrich Lange, Rechtsanwalt und Verkehrspolitiker

Quelle: Bild, Grün-Donnerstag, 17.04,2025, Seite 2 – „Bahn-Pünktlichkeit fällt unter 60 Prozent!“ von Burkhard Uhlenbroich

Zugriff: https://www.bild.de/politik/inland/oster-bahnsinn-fast-jeder-zweite-fernzug-kommt-zu-spaet-67ff86f649b7f04ecad66a13

„Markus Söder hat wahrscheinlich darauf angespielt, dass ich in der Bundestagsfraktion eine grundlegende Bahnreform zum Thema gemacht und vor zwei Jahren mit einem Positionspapier einen Neubeginn bei der DB angestoßen habe. Seitdem gewann das Thema immer mehr Befürworter, sowohl bei Verbänden als auch bei Institutionen, die die Bundesregierung beraten und beobachten, zum Beispiel bei der Monopolkommission und beim Bundesrechnungshof. Im Konzern ist seitdem eine wachsende Unruhe zu beobachten, sowohl im Vorstand als auch in den Beteiligungen. Wir sind an einem Punkt, an dem etwas passieren muss. Die DB ist in der jetzigen Form nicht mehr haltbar.“

„Der Verkehrsbereich war für die CSU immer wichtig. Bayern ist ein Flächen-land, für das eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur eine zentrale Voraussetzung für seine wirtschaftliche Stärke ist. Auch leben viele Menschen im ländlichen Raum, die eine ordentliche Anbindung brauchen. Das wird immer so bleiben, sodass der Verkehrsbereich für die CSU auch nicht an Bedeutung verlieren wird.“

MdB Ulrich Lange, Rechtsanwalt, Verkehrspolitiker und Designierter Staatssekretär im BMDV unter Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder

Quelle: Donau-Ries-Aktuell, 29. April 2025, Interview: „Neuer Staatssekretär findet klare Worte“ 

Zugriff: https://www.donau-ries-aktuell.de/politik/neuer-staatssekretaer-lange-findet-klare-worte-landkreis-92333

Herr Wand, Sie haben die aktuelle Häufung von Bahnbaustellen in Rheinland-Pfalz als „bodenlose Zumutung“ bezeichnet. Was ist es, was Sie in dieser aktuellen Situation so auf die Palme bringt? Ist es die Häufung und Gleichzeitigkeit? Oder die Kurzfristigkeit der Ankündigung durch die Bahn? Beides?

„Es ist beides: die Häufung und die Kurzfristigkeit der Ankündigungen. Baustellen gehören zum Bahnverkehr, aber was wir in Rheinland-Pfalz erleben, ist eine Serie von schlecht geplanten und chaotisch kommunizierten Maßnahmen. Die Deutsche Bahn informiert erst ein bis zwei Wochen vorher über Ausfälle und lässt die Fahrgäste im Regen stehen. So verliert man Vertrauen – und das mit Ansage. An dieser Stelle möchte ich aber auch lobend erwähnen, dass ein Teil der Baumaßnahme, die Errichtung von Lärmschutzwänden in Rhens, nun zwei Jahre früher als geplant durchgeführt wird. Das berechtigt aber noch lange nicht zu so einer miserablen Kommunikation.“

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum es sich derzeit gerade in Rheinland-Pfalz so ballt? Oder regiert nach Ihrer Beobachtung bei der Bahn das Prinzip Planlosigkeit?

„Was wir hier sehen, ist ein dramatisches Versagen der Planung und Koordination. Es wirkt, als ob die jeweiligen Verantwortlichen im Alleingang agieren – mal wird hier gesperrt, mal dort, und niemand scheint den großen Überblick zu haben. So ist die DB durch die Aufteilung in verschiedenste Subunternehmen und Projektteams offensichtlich nicht in der Lage, unternehmensintern zu kommunizieren und koordinieren. Außerdem haben wir den Eindruck, dass ein „Lessons Learned“ (etwa: aus Erfahrung lernen; Anm. d. Red.) bei der DB fehlt. Es passieren immer und immer wieder die gleichen Fehler, beispielsweise bei der Kommunikation der Baustellenfahrpläne, und es ist keine Besserung in Sicht.“

Wochenlange Ausfälle, kaum praktikable Ersatzverkehre: Welche Mittel- und Langfristwirkung hat das aktuelle Chaos auf derzeitige und potenzielle Bahnkunden? Welches Bild gibt die Bahn ab?

„Die Deutsche Bahn gibt ein katastrophales Bild ab. Zum einen verursacht es einen finanziellen Schaden bei den Bahnkunden, besonders bei Inhabern einer Jahreskarte. Denn diese investieren Geld in eine Leistung, die sie letztendlich nur in mangelhaftem Zustand erhalten. Und auch für das gesamte Image der Branche ist es ein enormer Schaden: Der Gesamteindruck lässt die Bahn als unzuverlässiges Verkehrsmittel dastehen – zu Recht. Und als Fahrgastverband stehen wir vor der Frage, wie wir die Bahn noch ernsthaft als attraktives Verkehrssystem vermitteln können.“

Was könnte, was müsste die Bahn besser machen? Organisatorisch und kommunikativ?

„Zunächst einmal: ehrlich und transparent kommunizieren. Dazu muss man wissen, dass die Deutsche Bahn die Baustellen oft Jahre im Voraus plant. Man könnte in den meisten Fällen also frühzeitig informieren. Konkret: Technisch wäre es problemlos möglich, ab Bekanntwerden einer Streckensperrung dies im DB Navigator als Hinweis zu hinterlegen. So wären Fahrgäste schon frühzeitig vorgewarnt und könnten alternative Verbindungen buchen oder einen anderen Reisezeitraum wählen. Stattdessen trickst die DB durch geschickte Pressearbeit: Statt ehrlich zu sagen, dass der Bahnverkehr eingeschränkt wird, wirbt man mit „Millioneninvestitionen“ und behauptet, die Fahrgäste seien „weiterhin mobil“. Das ist zwar grundsätzlich nicht gelogen, aber ganz offensichtlich eine Beschönigung der Situation. Für Pendler ist es zudem zwingend erforderlich, neben einer frühzeitigen Kommunikation die Ersatzverkehre eindeutig und einheitlich sowie zuverlässig zu gestalten.“

Dass die Bahn ihr marodes Netz in Ordnung bringt, müsste Sie doch eigentlich freuen.

„Natürlich ist es gut, wenn die Infrastruktur modernisiert wird. Aber wie man baut, ist entscheidend. Was wir hier erleben, ist ein organisatorisches Totalversagen auf dem Rücken der Fahrgäste. Bauen ist kein Freifahrtschein für Chaos.“

Wenn die angekündigten Infrastrukturmilliarden tatsächlich fließen und bei der Bahn ankommen – was droht denn dann? Was rufen Sie dem neuen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zu?

„Herr Schnieder muss sicherstellen, dass das Geld nicht in einem Sumpf aus Planlosigkeit und Ineffizienz versinkt. Die Milliarden für die Infrastruktur sind notwendig, aber sie müssen sinnvoll eingesetzt werden – zum Beispiel für die Generalsanierungen der Hochleistungskorridore. Die derzeitige Situation zeigt aber mehr als eindeutig, dass nicht nur fehlendes Geld bei der Bahn ein Problem ist. Ich fordere Herrn Schnieder auf, echte Strukturreformen innerhalb des DB-Konzerns anzugehen, beispielsweise durch eine vollständige Ausgliederung der DB InfraGO aus dem gewinnorientierten DB-Konzern hin zu einem agilen, ernsthaft gemeinwohl-orientierten Infrastrukturbetreiber.“

Noah Wand, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ für Rheinland-Pfalz und das Saarland im Interview mit Tim Kosmetschke

Quelle: Rhein-Zeitung (Ausgabe Neuwied), 16.05.2025, Seite 3, „Ein Totalversagen auf dem Rücken der Fahrgäste“

„Als Bundesverkehrsminister bin ich zwar neu, als Mitglied des Verkehrsaus-schusses und in der Kommunalpolitik habe ich mich aber schon lange und intensiv mit der Verkehrspolitik beschäftigt. Und zwar nicht nur abstrakt, sondern ganz konkret vor Ort.“

Patrik Schnieder, (*01.05.1968 in Gerolstein/Eifel), Rechtsanwalt, seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit dem 06. Mai 2025 Bundesminister für Verkehr im Kabinett Merz

Quelle: Handelsblatt, 09.05.2025, „Beendet der neue Minister Schnieder die Verkehrswende?“ von Josefine Fokuhl

Zugriff: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/verkehrsministerium-beendet-der-neue-minister-schnieder-die-verkehrswende/100126069.html

„Wir brauchen deutlich bessere Pünktlichkeitswerte. Wir brauchen mehr Zuverlässigkeit bei der Bahn in vielerlei Hinsicht. Pünktlichkeit ist ein Punkt, Sauberkeit, Sicherheit sind andere Punkte. Da müssen wir besser werden.“

„Wir wollen zunächst mal klären, was die Bahn in fünf Jahren aus Kundensicht, aus Sicht des Eigentümers, aus Sicht der Politik liefern muss.“

„Das System ist so komplex, die Herausforderung so groß, dass man das nicht mit einem Federstrich erledigen kann. Ich muss schon ein bisschen tiefer einsteigen. Die Zeit möchte ich mir einfach nehmen.“

„Wir lernen aus der Sanierung des Hochleistungskorridors Riedbahn und schauen, was ist gut gelaufen und wo haben wir Nachbesserungsbedarf. Man muss schauen, ob die Behinderungen zumutbar sind und wie sich das auf das Gesamtsystem auswirkt. Und wenn ich mehrere dieser Sanierungen in einem Jahr mache, muss man doch kritisch die Schlussfolgerungen daraus ziehen.“

„Ich wäre sehr froh, wenn wir eine Pünktlichkeitsquote jenseits der 80 oder 90 Prozent erreichen. Sie haben immer Ereignisse im Netz, mit denen Sie gar nicht rechnen können. Nein, wir können mit den Zahlen, die jetzt da sind, nicht zufrieden sein. 60, 65 Prozent sind indiskutabel. Das muss besser werden. Und das müssen wir deutlich steigern.“

Patrik Schnieder, (*01.05.1968 in Gerolstein/Eifel), Rechtsanwalt, seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit dem 06. Mai 2025 Bundesminister für Verkehr im Kabinett Merz

Quelle: bild.de, 29.06.2025 – 21:35 Uhr, von Christin Martens und Burkhard Uhlenbroich, Interview: „60 Prozent Pünktlichkeitsquote sind indiskutabel“

Zugriff: https://www.bild.de/politik/hat-die-bahn-selbst-beim-rauswurf-der-chefs-verspaetung-685fba533446cc6249ea804d